FLUCONAZOL HEXAL 200 mg Hartkapseln

Art.Nr.:
03083854
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20 St Hartkapseln
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Hexal AG
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Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?

Der Wirkstoff greift in den Stoffwechsel der Pilze ein, es kommt zu vielen Schäden in der Struktur der Pilze. So wird z.B. die äußere Hülle, die sog. Zellmembran der Pilze in ihrem Aufbau verändert. Diese Hülle verliert somit einen Teil ihrer Funktionen, sie wird z.B. für Nährstoffe undurchlässiger - die Zelle hungert. Je nach Wirkstoffkonzentration werden die Pilze dadurch in ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung gehemmt oder sie sterben durch zusätzliche Schädigungen des Zellinneren direkt ab.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.
- Vorsicht bei Allergie gegen Pilzmittel (z.B. Fluconazol, Voriconazol, Posaconazol, Itraconazol)!
- Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Indigocarmin mit der E-Nummer E 132)!
- Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Tartrazin (E 102), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Amaranth (E 123) und Ponceau 4R (E 124)).
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?

Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe

Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Herzrhythmusstörungen, wie:
 - Abweichung im EKG (Verlängerung der QT-Dauer), die Herzrhythmusstörungen zur Folge haben kann
- Pulserniedrigung
- Herzmuskelerkrankungen
- Herzschwäche
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Störungen des Salzhaushaltes, wie:
 - Kaliummangel
 - Magnesiummangel
 - Kalziummangel
- Frauen mit Kinderwunsch oder ohne sicheren Empfängnisschutz

Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 16 Jahren: Das Arzneimittel sollte in dieser Altersgruppe in der Regel nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform besser geeignet sind.

Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.

Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?

- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
 - Übelkeit
 - Erbrechen
 - Bauchschmerzen
 - Durchfälle
 - Verstopfung
 - Blähungen
- Geschmacksstörungen
- Mundtrockenheit
- Appetitlosigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Schlaflosigkeit
- Schläfrigkeit
- Benommenheit
- Zittern
- Krampfanfälle
- Missempfindungen
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
 - Juckreiz
 - Hautausschlag
 - Nesselausschlag
- Schwitzen
- Nierenfunktionsstörungen, mit Veränderungen der Nierenwerte (wie Kreatinin, Harnstoff)
- Leberschäden (von vorübergehendem Anstieg der Leberwerte bis zu Gelbsucht, Hepatitis, Leberversagen), die sich z.B. durch folgende Anzeichen äußern können:
 - Anstieg der Leberwerte
- Anämie (Blutarmut)
- Muskelschmerzen
- Fieber
- Allgemeine Schwäche

Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Anwendwendungsgebiete
- Pilzinfektionen, vor allem mit Hefepilzen (Candida oder Kryptokokken), wie:
    - Pilzinfektionen der inneren Organe oder des ganzen Körpers, wie:
        - Pilzbefall des Blutes (Candidämie)
        - Pilzinfektionen der Lunge
        - Pilzinfektionen des Bauchraumes
        - Pilzinfektionen der Blase und der Harnwege
    - Pilzinfektion der Hirnhäute (Kryptokokken-Meningitis)


Was ist das? - Definition
Die Haut kann von zwei Arten von Pilzen befallen werden, den Hefepilzen (Candida) oder den Fadenpilzen (Dermatophyten).
Fadenpilze dringen in die Hornschicht der Haut ein und ernähren sich bevorzugt vom Hornstoff (Keratin) der abgestorbenen Zellen. Der Pilz breitet sich aus, wenn günstige Umgebungsbedingungen herrschen (Wärme, Feuchtigkeit) oder die Körperabwehr geschwächt ist.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Dermatophytose
 - Dermatomykose
 - Tinea (mit der Bezeichnung der betroffenen Körperstelle)
 - Kutane Mykose

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Fadenpilze sind nicht Bestandteil der natürlichen Hautbesiedelung. Sie werden vor allem indirekt durch Haare, Haut- und Nagelschuppen übertragen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die von ihnen gebildeten Sporen, die sehr widerstandsfähig sind und relativ lange außerhalb des Wirtes überleben können. Auf der Haut keimen die Sporen zu Hyphen aus, das sind Pilzzellen, die ein fädiges, manchmal verzweigtes Aussehen haben. Mehrere Hyphen zusammen bilden ein Fadenknäuel, das Mycel. Diese Pilzfäden dringen in die Hautzellen ein und ernähren sich vom Keratin (Hornstoff) und anderen Bestandteilen der Zelle aus Eiweiß. Die betroffenen Hautschichten reagieren auf den Eindringling mit einer Entzündung.
Pilze brauchen Feuchtigkeit und Wärme um zu überleben und sich zu vermehren. Schlechter Luftaustausch, z.B. bei engen Schuhen oder Kleidung, oder eine feuchte aufgequollene Haut durch häufiges Schwitzen bieten den Erregern dadurch einen idealen Lebensraum. Chemikalien können die natürliche Schutzbarriere der Haut stören und das Ansiedeln der Pilze erleichtern.
Als "innere", den Pilzbefall begünstigende Faktoren gelten ein allgemein immungeschächter Organismus oder Erkrankungen, bei denen das Abwehrsystem der Haut nicht mehr optimal funktioniert. Dazu gehören vor allem der Diabetes oder Durchblutungsstörungen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Fast immer treten Rötung, Schwellung und Juckreiz als Zeichen einer Entzündungsreaktion auf. Variieren können die Hautregionen, an denen der Pilz auftritt und das Aussehen. Danach teilt der Mediziner den Fadenpilzbefall in folgende Gruppen auf:
 - Epidermomykose : findet sich oft in Hautfalten mit scharf begrenzten Herden, gerötetem, schuppigem Rand und heftigem Juckreiz.
 - Interdigitalmykose : im Zehenzwischenraum, "Fußpilz".
 - Palmoplantare Epidermomykose: an Händen (oft nur einseitig) und Füßen mit Hornhautverdickung, Schuppung und Rhagaden (tiefe Einrisse) und heftigstem Juckreiz.
 - Oberflächliche Trichomykose: kreisförmige, oft schuppige und verkrustete Herde, Knötchen und Pusteln am Haarbalg, unterschiedlich starker Juckreiz, heilt ohne Narben.
 - Tiefe Trichomykose: schmerzende, scheibenförmige Herde; an den Haarwurzeln finden sich tiefe, mit Eiter gefüllte Knoten, häufig allgemeines Krankheitsgefühl. Bevorzugte Stellen sind der Bartbereich und der Kinderkopf. Die Infektion heilt oft narbig ab, verbunden mit dauerndem Haarverlust.
 - Favus: Trichomykose mit besonderer Schuppenbildung auf dem behaarten Kopf, führt oft zu Vernarbungen und kahlen Stellen der Kopfhaut.
 - Mikrosporie: tritt fast nur bei Kindern auf, kreisförmiger Haarausfall mit schuppiger Haut und Haarstümpfen, die als schwarze Punkte sichtbar sind.
 - Nagelpilz.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Bei stark geschwächtem Abwehrsystem können die Pilze in seltenen Fällen in die Lymphbahnen eindringen und tiefer liegendes Gewebe befallen. Dort entstehen Entzündungsherde und Wassereinlagerungen, untereinander oft verbunden mit kleinen Kanälen, so genannten Fisteln. Selten breitet sich der Pilz in der Leber und im Gehirn aus.
Häufiger kommt es vor, dass über Rhagaden (tiefe Einrisse) und wundgeriebene Stellen Bakterien eindringen und in der vorgeschädigten Haut eine zusätzliche Entzündungsreaktion hervorrufen.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Die auftretenden Symptome sind in der Ausprägung sehr unterschiedlich und nicht sehr spezifisch. Deswegen sollte man immer an andere Ursachen der Hautentzündung denken. Juckreiz, Schwellung, Rötung finden sich z.B. auch bei allergischen Reaktionen oder Nesselsucht. Andere Erreger wie Bakterien und Viren verursachen ebenfalls eine Entzündungsreaktion der Haut mit ähnlicher Symptomatik. Bei starker Schuppenbildung kann eine Schuppenflechte (Psoriasis) dahinter stecken.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
 - Haut immer gut abtrocknen und gefährdete Stellen evt. mit Puder schützen
 - keine gemeinsamen Handtücher, Bettwäsche, Kämme, Bürsten, Rasierer benutzen
 - alle benutzten Gegenstände und Kleidungsstücke häufig waschen oder desinfizieren
 - keine langen Bäder nehmen und zur Reinigung pH-neutrale Syndets benutzen.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Die Haut kann von zwei Arten von Pilzen befallen werden, den Fadenpilzen (Dermatophyten) oder den Hefepilzen (Candida).
Der Hefepilz ist häufig auf gesunder Haut oder Schleimhaut zu finden. Er kann sich unter bestimmten Bedingungen massiv vermehren und führt dann in feuchtwarmen Körperregionen oder am Nagelwall zu Entzündungen.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Moniliasis
 - Hefemykose
 - Candidamykose
 - Soor
 - Mukotane Candidose

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Der Hefepilz, oder wissenschaftlich bezeichnet Candida albicans, kommt bei vielen Menschen als natürliche Besiedelung der Haut und Schleimhaut vor, ohne dabei Krankheitserscheinungen auszulösen. Finden diese Pilze eine sehr feuchte und warme Umgebung vor, kann sich der Erreger stark vermehren und eine Infektion entwickeln. Er kann aber auch von einem infizierten Menschen, durch einen verunreinigten Gegenstand oder über die Nahrung aufgenommen werden. Beide Infektionswege werden begünsigt, wenn die Abwehrlage eines Menschen gestört ist. Für eine geschwächte Abwehr gibt es folgende mögliche Ursachen:
 - Erkrankungen wie Krebs, AIDS, Diabetes
 - Hormonelle Umstellung, z.B. bei Schwangerschaft oder durch die Einnahme der Antibabypille
 - Medikamentöse Therapie mit Cortisonen, Chemotherapeutika zur Krebsbekämpfung, Immunsuppressiva (Mittel, die das Abwehrsystem unterdrücken) oder eine länger dauernde Antibiotikatherapie.
Man findet die Pilze oft in Hautfalten (unter der Brust bei Frauen, in der Leistenbeuge, bei Säuglingen am Po durch den Windelverschluss), weil dort die Haut durch häufiges Schwitzen oft aufgequollen ist. Typisch ist auch ein Pilzbefall zwischen den Fingern und am Nagelwall, wenn die Hände, meist berufsbedingt, feucht gehalten werden müssen ("Tellerwäscher").
Auf Schleimhäuten ist der Hefepilz der Auslöser z.B. von Mundsoor oder Scheidenpilz.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
 - Sitzt der Pilz in den Hautfalten, zeigen sich meist hellrote, entzündliche Pusteln, die zu großen, nässenden Herden anwachsen können. Sie sind von einer durchgehenden Schuppenkrause umgeben. Beim Eintrocknen entstehen rote, juckende Herde, die leicht einreißen und gelegentlich bluten können.
 - Bei einer chronischen Hefepilzinfektion (Candidose) zeigen sich neben scharf begrenzten rötlichen Herden auch Bläschen, Knötchen und Pusteln. Die chronische Candidose kann angeboren sein.
 - Befällt der Pilz die Fingerzwischenräume, ist die Haut weißlich gequollen und oft tief eingerissen (Rhagaden).
 - Eine Infektion am Nagel äußert sich durch eine rötlich verfärbte und geschwollene Umgebung, ein so genannter Nagelumlauf. Das Nagelhäutchen ist angegriffen oder fehlt ganz. Eine Ausbreitung auf die Nagelplatte ist möglich.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Wenn die Entzündungsherde anfangen zu eitern oder sekretgefüllte Bläschen auftreten, handelt es sich meist um eine bakterielle Superinfektion, d.h. eine bakterielle Infektion "setzt" sich auf die Pilzinfektion.
Ist die Abwehrlage massiv geschwächt oder wird der Pilz nicht ausreichend behandelt, dann kann er sich weiter im Körper ausbreiten. Er dringt in tiefere Gewebsschichten ein und kann sich bis ins Blutsystem vorarbeiten. Eine Entzündung von Lunge, Niere, Netzhaut, Gehirn oder auch der Herzklappen ist möglich. In besonders schweren Fällen kommt es zu einer Candidasepsis, eine Art Blutvergiftung, bei der der Pilz den kompletten Organismus überschwemmt. Die Patienten sind schwer erkrankt mit hohem Fieber.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Die auftretenden Symptome sind in der Ausprägung sehr unterschiedlich und nicht sehr spezifisch. Deswegen sollte man immer an andere Ursachen der Hautentzündung denken. Rötung, Schwellung, Schuppung, Juckreiz können so auch durch Bakterien, Viren oder Parasiten, wie Milben oder Leishmanien, ausgelöst werden. Auch andere Pilze kommen in Frage, eine Hautpilzinfektion mit Fadenpilzen ist für jemand ohne Erfahrung kaum zu unterschieden. Letztendlich kann nur ein Arztbesuch und ein Laborbefund Klarheit verschaffen.

Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Mykosen sind Infektionskrankheiten, die durch verschiedene Pilzarten hervorgerufen werden. Von einer systemischen Mykose spricht man, wenn der Erreger sich über Blut oder Lymphe im ganzen Körper verteilt.
Je nach auslösender Pilzart unterscheidet man Candidose, Aspergillose, Kryptokokkose, Histoplasmose, Sporotrichose, nord- und südamerikanische Blastomykose und weitere, relativ seltene Erkrankungen.
Infektionen mit Candida (Hefepilz) und Aspergillus (Schimmelpilz) treten in Europa am häufigsten auf.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - generalisierte Mykose
 - Endomykose


Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Voraussetzung für die Entwicklung einer systemischen Mykose ist ein durch ernsthafte Erkrankung oder bestimmte Medikamente massiv geschwächtes Immunsystem. Die Pilze bleiben dann nicht in den Atemwegen, auf der Haut oder Schleimhaut, sondern gelangen in Blut- oder Lymphbahnen. Sie können innere Organe oder den ganzen Körper befallen und zu einer Blutvergiftung führen.
Candida-Pilze finden sich häufig auf der Schleimhaut des Verdauungstrakts. Bei starkem Befall können die Pilze in das Lymph- und Blutgefäßsystem eindringen und eine systemische Candidose hervorrufen.
Aspergillen kommen nahezu überall vor. Durch Einatmen können sie Infektionen der Atemwege verursachen und über das Blut in den ganzen Körper gelangen.
Kryptokokkus-Pilze finden sich besonders in Taubenkot. Durch Einatmen gelangen sie in die Lunge und treten dann in die Blutbahn über.
So entstehen auch die vorwiegend in den USA vorkommende Histoplasmose sowie die nord- und südamerikanische Blastomykose.
Die Sporotrichose wird durch Verletzungen z.B. mit verunreinigten Holzsplittern ausgelöst und breitet sich über die Lymphbahnen aus. Sie tritt besonders in Südamerika, aber auch in Südeuropa auf.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die Symptome einer systemischen Mykose können sowohl in ihrer Art als auch in ihrer Ausprägung sehr unterschiedlich sein. Bei vielen Patienten bleibt die Erkrankung zu Lebzeiten unentdeckt.
Häufig beginnt die Infektion schleichend und wird vom Patienten anfangs nicht wahrgenommen. Man fühlt sich nicht richtig gesund, oft ohne konkrete Beschwerden. Erkennbare Symptome treten meist zunächst an der Eintrittsstelle des Erregers auf, z.B. Hautinfektionen wenn der Pilz über Verletzungen in den Körper eindringt. Für den Patienten nicht wahrnehmbar erfolgt dann die Verteilung über das Blut oder die Lymphbahnen.
Der Befall einzelner innerer Organe wie z.B. der Lunge kann sich durch entsprechende Funktionsstörungen wie Atemnot bemerkbar machen. Kommt es zu einer Blutvergiftung ("Sepsis"), tritt häufig hohes Fieber auf.


Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Der Verlauf einer systemischen Mykose kann sehr unterschiedlich sein. Er ist einerseits von der Art des Erregers abhängig, andererseits aber auch vom jeweiligen Patienten; insbesondere von seinen körpereigenen Abwehrkräften.
Ein chronischer Verlauf mit geringen Beschwerden ist möglich. Es kann jedoch auch zu einem massiven Befall von inneren Organen und/oder zur Entwicklung einer Blutvergiftung kommen. Eine generalisierte Mykose kann tödlich verlaufen, insbesondere bei unzureichender Therapie.
Bei einigen Erregern ist die Diagnosestellung dadurch erschwert, dass der Erreger den menschlichen Organismus auch besiedeln kann ohne Beschwerden hervorzurufen. Dies ist z.B. beim Candida-Pilz der Fall, der häufig auf den Schleimhäuten des Verdauungstrakts vorkommt. Eine sinnvolle Therapie ist nur möglich, wenn der Erreger bekannt ist.
Problematisch ist das immer wiederkehrende Auftreten der Erkrankungen ("Rezidiv") trotz korrekter Therapie. In einigen Fällen, z.B. bei der Histoplasmose, ist die lebenslange Einnahme von entsprechenden Medikamenten zur Rezidivprophylaxe notwendig.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Auch verschiedene Bakterien können systemische Erkrankungen mit dem Befall innerer Organe oder eine Blutvergiftung auslösen. Eine exakte Diagnosestellung ist für eine sinnvolle Therapie daher unbedingt erforderlich.


Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
 - Potentiell gefährdete Menschen sollten den Kontakt mit möglichen Infektionsquellen wie beispielsweise Topfpflanzen oder Vogelvolieren meiden. Gartenhandschuhe und/oder Mundschutz können bei unvermeidbarem Kontakt einen gewissen Schutz bieten.


Bearbeitungsstand: 09.07.2012

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Der Sammelbegriff Sepsis bezeichnet Krankheitszustände, bei denen aus einer zunächst lokalen Infektion Erreger wie Bakterien oder Pilze in die Blutbahn eindringen und sich so im ganzen Körper verteilen können (septische Generalisation).



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Septikämie
 - Blutvergiftung
 - SIRS

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Bei einer Sepsis werden von einer lokalen Infektion permanent oder periodisch Krankheitserreger (Bakterien oder Pilze) in die Blutbahn geschwemmt und verursachen neue Krankheitsherde. In kurzer Zeit können eine Vielzahl von Organen betroffen werden und in eine lebensbedrohliche, den gesamten Körper betreffende (generalisierte) Krankheit münden.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Erste Symptome sind schnelle, hohe Fieberschübe (über 40 Grad Celsius), einhergehend mit Schüttelfrost und eingeschränktem Allgemeinbefinden, bis zur Bewusstlosigkeit. Das Herz rast (Tachykardie), der Blutdruck fällt (Hypotonie). Oft kommen Kopfschmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit hinzu. Der Patient fühlt sich "todkrank". Bei Kindern können Fieberkrämpfe auftreten. Die Haut ist grau-bläulich marmoriert. Manchmal treten kleine Blutungen an den Fingern, Zehen und in den Augen auf (septische Mikroembolien).

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Durch die Streuung der Keime in den Körper und der daraus folgenden Krankheitsherde wächst die Krankheitsbelastung auf den gesamten Organismus. Immer mehr Organe werden befallen und sind in ihrer Arbeit behindert oder fallen komplett aus. Es kommt in der Folge zu einem sogenannten Multiorganversagen. Ab einer bestimmten Belastungssituation kann der Körper nicht mehr von sich ausheilen. Eine frühzeitige Therapie mit hochdosierten Antibiotika ist notwendig.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
 - Achten Sie auch bei kleinen Infektionen auf eine gute Wundhygiene.
 - Bei chronischen oder sich ausbreitenden Infektionen sollte frühzeitig ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Bearbeitungsstand: 24.07.2012

Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Eine Entzündung des Bauchfells ist eine gefürchtete Komplikation nach chirurgischen Eingriffen oder Erkrankungen in der Bauchhöhle.
Das Bauchfell kleidet das Innere der Bauchhöhle aus und umhüllt teilweise die inneren Organe.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
Peritonitis

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
 - Die Infektion von Bauchorganen, etwa der Gallenblase oder des Blinddarms, kann auf das Bauchfell übergreifen, wenn es zum Aufbrechen der entzündeten Organwand (Perforation) kommt.
 - Nach Operationen im Bauchraum können auch bei vorsichtigster Operationstechnik Keime zurückbleiben.
 - Ein Darmverschluss führt zu einem starken Einstrom von Flüssigkeit in den Darm. Das macht die Darmwand durchlässig für Keime, es kommt zur Durchwanderungsperitonitis.
 - Bei Bauchwassersucht (Aszites) können ebenfalls so Krankheitserreger in die Bauchhöhle gelangen.
 - Ein Sonderfall ist die abakterielle Peritonitis bei einer Form des Nierenersatzes, der Peritonealdialyse. Dabei werden über Katheter Austauschstoffe in die Bauchhöhle gegeben. Über die Blutgefäße des Bauchfells werden dem Blut Wasser und Giftstoffe entzogen. Die hoch konzentrierten Austauschstoffe greifen über längere Zeit das Bauchfell an und verursachen eine chronische Entzündung.
 - Auch bei Autoimmun- und Stoffwechselkrankheiten kommt es zur Bauchfellentzündung.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Folgende Symptome kommen bei einer Peritonitis vor:
 - starke bis stärkste Bauchschmerzen
 - Übelkeit und Erbrechen
 - Durchfall oder Verstopfung
 - Schüttelfrost und Schweißausbrüche
 - hohes Fieber
 - Kreislaufbeschwerden
 - brettharter Bauch.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Eine Bauchfellentzündung ist eine gefährliche Erkrankung. Im Verlauf kann es besonders bei der infektiösen Bauchfellentzündung zu Flüssigkeitsmangel, niedrigem Blutdruck und Schock kommen. Unbehandelt führt dies zum Tod. Manchmal kann auch eine Sepsis (Blutvergiftung) entstehen, eine lebensbedrohliche überschießende Reaktion des Körpers auf die Krankheitserreger.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
 - Auch gynäkologische Erkrankungen führen zu Bauchschmerzen.
 - Im Bauchraum befinden sich Gallenblase, Niere und Blase. Entzündungen oder Steine in diesen Organen führen ebenfalls zu heftigen Bauchschmerzen, die aber kolikartig, also schubweise kommen.
 - Verdauungsstörungen, oder andere Krankheiten des Darms können ebenfalls starke Bauchschmerzen verursachen.
 - Auch Gefäßerkrankungen (z.B. Bauchaortenaneurysma) können schmerzhaft sein.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
Ob Bauchschmerzen gefährlich sind, kann auch der Arzt oft nur nach genauer Untersuchung beurteilen, etwa bei einer Ultraschalluntersuchung. Deshalb ist bei starken Bauchschmerzen ein Arztbesuch erforderlich.
Kreislaufbeschwerden, rasender Puls, brettharter Bauch oder gar Bewusstseinsstörungen deuten auf einen schweren Verlauf hin. Dann ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich - ein Fall für den Notarzt!
In weniger schweren Fällen lindert Wärme die Bauchschmerzen. Hilfreich ist auch die richtige Lagerung des Betroffenen:
Zur Entspannung der Bauchdecke können Kissen unter den Knien bei leicht erhöhtem Oberkörper beitragen.
Auf Essen und Trinken sollte bei starken Bauchschmerzen verzichtet werden.

Bearbeitungsstand: 24.07.2012

Quellenangabe:
Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dosierung und Anwendungshinweise

Wie wird das Arzneimittel dosiert?

Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden. Folgende Dosierungsempfehlungen werden gegeben - die Dosierung für Ihre spezielle Erkrankung besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt: Behandlungsbeginn (der 1. Tag der Therapie): Folgebehandlung: Höchstdosis: Unter ärztlicher Aufsicht kann die Dosis auf 2 Kapseln pro Tag erhöht werden. Bei Pilzinfektionen der inneren Organe oder des ganzen Körpers bei Risikopatienten: Unter ärztlicher Aufsicht kann die Dosis 4 Kapseln pro Tag erhöht werden. Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
WerEinzeldosisGesamtdosisWann
Erwachsene2 Kapseln1-mal täglichtäglich zur gleichen Mahlzeit
Erwachsene1 Kapsel1-mal täglichtäglich zur gleichen Mahlzeit
Anwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.

Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.

Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Behandlungsdauer: Bei Pilzinfektion innerer Organe oder des ganzen Körpers 10 Tage bis 3 Monate, bei Pilzinfektion der Hirnhäute 6-8 Wochen.

Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen unter anderem zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.

Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.

Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.

Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Zusammensetzung
Was ist im Arzneimittel enthalten?

Die angegebenen Mengen sind bezogen auf 1 Kapsel.

Wirkstoffstoff 200 mg Fluconazol
Hilfstoff + Lactose-1-Wasser
entspricht 185 mg Lactose
Hilfstoff + Magnesium stearat
Hilfstoff + Maisstärke
Hilfstoff + Natriumdodecylsulfat
Hilfstoff + Siliciumdioxid, hochdisperses
Hilfstoff + Gelatine
Hilfstoff + Titandioxid
Hilfstoff + Indigocarmin
Hilfstoff + Cochenillerot A
Hilfstoff + Drucktinte
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